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3. Internationales Symposium - "Die entdeckte Wirklichkeit
II"
Die systemisch-phänomenologische Arbeit nach Bert Hellinger
Weiterentwicklungen Bewegungen Kontexte
21. 23. November 2002 Freiburg (Karlsbau)
Der Pfeil hat sein Ziel getroffen - Eine Bilanz des 3. Internationalen
Symposium "Die entdeckte Wirklichkeit" (von Elisabeth Merklin)
Guten Gewissens kann das 3. Internationale Symposium "Die entdeckte
Wirklichkeit", das vom 21. bis 23. November in Freiburg stattfand,
als voller Erfolg gewertet werden. Rund 600 Therapeuten, Ärzte und
interessierte Laien sorgten dafür, dass sämtliche Vorträge
und Workshops gut besucht waren. Ein 4. Internationales Symposium "Die
entdeckte Wirklichkeit" wird auf Grund des Erfolges im Herbst 2004
in Freiburg oder Karlsruhe stattfinden.
Schon beim Zusammenstellen und Schreiben seines Herausgeber-Buches "Die
entdeckte Wirklichkeit" reifte in
Heribert Döring-Meijer,
Geschäftsführer von FroL, dem Forum für ressourcenorientierte
Lösungen, der Gedanke, einen Kongress zum gleichen Thema zu veranstalten.
Um diese Idee zu verwirklichen, gewann er
Lothar
Riedel, einen erfahrenen Organisator, als Mitstreiter. Perspecitva
veranstaltet seit Jahren erfolgreich die Basler Psychotherapietage und
organisiert diverse Kongresse und Fortbildungen. Zusammen wurde 1 ½
Jahre lang geplant und vorbereitet, damit Freiburg in diesen Tagen zum
Versammlungsort von Therapeuten und am systemisch-phänomenologischen
Arbeiten (Systemaufstellungen) Interessierten werden konnte.

Heribert Döring-Meijer auf dem 3. Symposium
Das Ziel dieses Symposiums war es zu zeigen, wie sich die systemisch-phänomenologische
Aufstellungsarbeit nach Bert Hellinger weiterentwickelt hat. Hochkarätige
Therapeuten aus den verschiedenen Anwendungsbereichen erörterten
und diskutierten unter dem Motto "Weiterentwicklungen, Bewegungen,
Kontexte" die unterschiedlichen Impulse und Richtungen der Therapie.
Die Abwesenheit Bert Hellingers wurde in einer guten Weise durchaus auch
als Befreiung empfunden, wie Heribert Döring-Meijer in seiner Abschlussrede
bemerkte.
Der Traurigkeit, die er zuerst empfand, als Bert Hellinger abgesagt hatte,
wich bei allem Respekt bald einer Leichtigkeit und einem Gefühl der
Freiheit. Oder, wie Heribert Döring-Meijer und
Dr. Albrecht Mahr es ausdrückten:
"Wir haben in diesen Tagen bewiesen, dass sich die zweite Riege der
Aufsteller durchaus sehen lassen kann. Der Generationswechsel hat sich
mit einigem Ringen und den unausweichlichen Kränkungen gut vollzogen,
und der Gründer muss nicht dabei sein, damit sich sein Werk weiterentwickeln
kann."
Quo vadis, Aufstellungsarbeit?
Dabei sollte es jedoch nicht um kritiklose Selbstbeweihräucherung
gehen, wie
Gunthard Weber, Arzt und Mitbegründer
der Internationalen
Arbeitsgemeinschaft für Systemishe Lösungen nach Bert Hellinger
(IAG), schon im Eröffnungsvortrag bemerkte. Er hinterfragte kritisch
und doch stets mit einem Lächeln auf den Lippen, von dem sich das
Publikum immer wieder anstecken ließ, die Situation der Aufstellungsarbeit.
Die stetige Weiterentwicklung von Hellingers Arbeit, das Entstehen verschiedener
Formen und Richtungen sowie die große Präsenz des Systemischen
Arbeitens in den Medien sieht er als Herausforderung an, sich immer wieder
von neuem mit der Methode und seiner Aufgabe als Therapeut auseinander
zu setzen - nicht zuletzt aufgrund der immer wieder aufflammenden und
zum Teil harschen Kritik (z. B. Spiegel-Bericht) von verschiedenen Seiten.
Er jedenfalls wolle auf keinen Fall einer Aufstellungsreligionsgemeinschaft
mit nichthinterfragbaren Annahmen und Glaubenssätzen angehören.
Die Hauptvorträge im Überblick
Spezifischer auf einzelne Themen gingen dann die ReferentInnen in den
weiteren Vorträgen und Workshops ein. Am Vormittag hatten die Teilnehmer
jeweils Gelegenheit, sich für einen von jeweils zwei parallel laufenden
Vorträgen zu entscheiden. Am Nachmittag konnten oder mussten sie
gar zwischen sieben beziehungsweise acht Workshops wählen, in denen
bestimmte Themen vertieft wurden. Für alle, die nicht dabei sein
konnten, möchte ich im Folgenden kurz einige Schwerpunkte der Vorträge
aufgreifen.
Dr. Wilfried Nelles - Dialog mit der Seele
Mit dem phänomenologischen Ansatz der Aufstellungsarbeit setzte sich
Wilfried
Nelles, Politologe, Soziologe und Psychologe, auseinander. In dieser
Hinsicht unterscheidet sich das Familienstellen fundamental von anderen
Formen der Psychotherapie. Während sich die klassische Psychotherapie
mehrheitlich die Welt von außen betrachtet, analysiert und versucht,
sie zu verändern, steigen TherapeutInnen und KlientInnen bei der
systemisch-phänomenologischen Arbeit quasi mitten in die Welt des
KlientInnen-Systems ein und lassen diese auf sich wirken. So entsteht
ein - alles andere als willkürlicher - Dialog mit der Seele, der
für alle Beteiligten heilsam sein kann.
Dr. Hunter Beaumont - ergreifende Präsenz
Einer von denen, die besonders viel mit Bert Hellinger - auch in England
und Amerika - gearbeitet und doch ihren ureigenen Stil entwickelt haben,
ist zweifellos
Hunter Beaumont. Ein ganz besonderer
Verdienst des aus Amerika stammenden klinischen Psychologen ist es vor
allem, dass er mit Bert Hellinger dafür sorgte, dass die Aufstellungsarbeit
Einzug in die englische Sprache halten konnte. In Freiburg war er gleich
drei Mal zu hören, zu sehen und zu erleben. Es reicht nämlich
nicht Augen und Ohren zu öffnen, alle Sinne werden benötigt,
möchte man eine Vorstellung von seiner Arbeit bekommen.
Mit seiner unglaublichen Präsenz füllte er den großen
Saal im Karlsbau, um über Themen zu sprechen, die jeden betreffen,
und um die Besucher des Symposiums an seiner Arbeit teilhaben zu lassen.
Während bei den Vorträgen "Die Entbindung der Mütter"
und "Spirituelle Dimensionen der Paar-Beziehung" Themen vertieft
wurden, die jedem Aufsteller mehr oder weniger geläufig sind, hob
sich seine Art mit Klienten zu arbeiten von dem ab, was allgemein unter
"Aufstellen" verstanden wird.
Oft werden in seiner Arbeit keine Repräsentanten platziert und bewegt,
sondern er beschränkt sich mit achtsamem Gewahrsein auf das "Aufstellen",
das unsichtbar im Hintergrund abläuft. Schon während des Erstkontakts,
einem vorsichtigen Gespräch, versammeln sich dabei langsam und deutlich
spürbar die für den Prozess wichtigen Personen im Hintergrund:
eine Aufstellung nimmt ihren Lauf, die ich nur mit den Worten beschreiben
kann: "Wer Augen hat, zu sehen... -... kann sehen"!
Dr. Jirina Prekop - Aussöhnungstherapie und Familienstellen
Eine weniger heilige, dafür um so fröhlichere Stimmung breitete
sich aus, als die Psychologin Jirina Prekop die Bühne betrat und
das Publikum erst einmal zum Singen brachte. Lebendig, voller Anekdoten
und begleitet von ihrer Heiterkeit und dem Lachen der Zuhörer erzählte
sie von der Aussöhnungstherapie.
Ausgehend von der Erfahrung, dass eine restlose Versöhnung mit den
Eltern in einer Aufstellung häufig nicht möglich ist, da die
Betroffenen sich scheuen, ihren Schmerz vollständig zu zeigen, entwickelten
Festhaltetherapeuten eine sehr intime Therapieform, um mit solchen Gefühlen
umzugehen. Diese Aussöhnungstherapie kann zum Beispiel einige Zeit
nach einer Aufstellung zum Einsatz kommen und so eine ganzheitlichere
und nachhaltendere Heilung ermöglichen.
Dr. med. Albrecht Mahr - "Wut in Aufstellungen
- wann ist es des Guten zuviel?"
In seinem Vortrag sprach
Albrecht Mahr davon, dass es
eine der großen Stärken der Aufstellungsarbeit sei, auch in
den abstossensten Erscheinungen den Ausdruck ursprünglicher Liebe
zu finden. Er warnte jedoch davor, dies zu absolutieren und somit zu mißbrauchen.Der
Ausdruck genuiner Wut sei von grosser Wichtigkeit, um nicht in eine Pseudo-Wesentlichkeit
abzugleiten. Im weiteren Verlauf seines Vortrags beschäftigte er
sich damit,ob ein "Zuviel" des Guten nicht genau das Gegenteil
bewirkt - eine Verstärkung des "Bösen".Der kritisch-informative
und zugleich nachdenklich stimmende Vortrag von Mahr erhielt grossen Beifall.
Dr. med. Friedrich Ingwersen - "Geburt" und
"Hinbewegung" in Familienaufstellungen
Ebenfalls um die unterbrochene Hinbewegung ging es bei
Friedrich Ingwersen, für
den das Aufstellen von Systemen immer auch Körperarbeit ist. In seinem
Referat zeigte er den Ursprung von Bert Hellingers Aufstellungsarbeit
in der Körperpsychotherapie dar und sprach über verschiedene
Möglichkeiten, Patienten einer psychotherapeutischen Klinik an das
Familienstellen heranzuführen. Er verwies dabei immer wieder auf
ein Gefühl von "Oh nein, nicht schon wieder!", das wohl
die meisten Therapeuten kennen und das zeigt, dass es nun an der Zeit,
dass aus der Kreisbewegung eine Hinbewegung und Geburt wird.
Dr. med. Hans Baitinger - Homöopathie und Systemaufstellung
Nicht nur die Körperarbeit, auch die Homöopathie weist eine
Verbindung zum Systemischen Arbeiten auf. In beiden Therapieformen lassen
sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede feststellen. Beide können
für sich alleine oder sich gegenseitig ergänzend zur Anwendung
kommen. Wie diese Zusammenarbeit aussehen kann, wurde von
Hans Baitinger am Vormittag
theoretisch erörtert und am Nachmittag live gezeigt.
Friedrich Wiest - Das Feld der Ähnlichkeiten
Über die Homöopathischen Systemaufstellungen (HSA) informierte
anschließend der Diplom-Volkswirt und Systemische Familientherapeut
Friedrich Wiest. Dabei werden Systemische Aufstellungen des Familienbildes
mit den herausragenden Symptomen des Patienten und den Leitsymptomen des
Arzneimittelbildes verbunden und die Resonanz zwischen diesen Komponenten
aufgezeigt. Erreichen lässt sich dadurch nicht nur eine ganzheitlichere
Arzneimittelfindung, sondern vor allem ein neues Verständnis für
die Symptomatik des Patienten.
Dr. med. Dietrich Klinghard: Die fünf Ebenen des
Heilens
Die Zuhörer dazu zu bringen, ihr Verständnis von Medizin, wie
sie an unseren Universitäten gelehrt wird, über den Haufen zu
werfen oder zumindest stark in Frage zu stellen, das gelingt dem Präsidenten
der American Academy of Neuraltherapy binnen weniger Minuten. Durchschaut
schon ein Gesunder das vorherrschende System von Gesundheit und Krankheit
kaum, so verzweifeln Kranke immer wieder an der Vielfalt der dargebotenen
Heilmethoden, den zahlreichen Nebenwirkungen, dem Gedanken ans Kämpfen
oder Aufgeben, der Hoffnung oder der Hoffnungslosigkeit.
Dr. Klinghardt stellte im Bezug auf Heilung ein "Modell mit Fünf
Ebenen" vor. Die Schulmedizin zielt mit Medikamenten, chirurgischen
Eingriffen, Massage und Krankengymnastik unter anderen vor allem auf die
physische Ebene ab, während andere Heiltechniken wie das Handauflegen
oder die Akupunktur auf der energetischen Ebene wirken. Die, dritte oder
mentale Ebene wird schon die lange von der konventionellen Psychotherapie
und seit kürzerem auch von Methoden wie dem Biofeedback oder der
von Klinghardt entwickelten Psychokinesiologie genutzt.
In anderen Kulturen, zum Beispiel im Schamanismus der meisten Ureinwohner
ist die vierte Ebene, der Traumkörper entscheidend für die Heilung.
Auch die Aufstellungsarbeit und die Hypnotherapie haben hier ihren Platz.
Die fünfte Ebene schließlich ist die, auf die der Therapeut
von außen nicht oder kaum einwirken kann und darf. Hier hat die
Seele ihren Sitz und kümmert sich um die Beziehung zum Ganzen. Eine
Medizin, die es schafft, alle Ebenen einzubeziehen, macht manchmal Wunder
möglich.
Dr. Bertold Ulsamer - Familienstellen und Traumaarbeit
Ebenfalls um Heilung - um Heilung von einem Leiden - ,das erst in den
letzten Jahren in den Mittelpunkt medizinischen und wissenschaftlichen
Interesses gerückt ist, ging es bei
Berthold
Ulsamer, Psychologe, Jurist und Therapeut, der Parallelen zwischen
dem Familienstellen und der Traumaarbeit, wie sie vor allem von Peter
Levine entwickelt wurde und gelehrt wird, aufzeigte. Anhand zahlreicher
Fallbeispiele ging er auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden
Therapieformen ein und wies auf für Therapeuten relevante Aspekte
hin.
Prof. Dr. Franz Ruppert - Psychosen
Mit einer ganz besonderen Form des Traumas beziehungsweise einer Folge
davon beschäftigte sich
Franz Ruppert, Professor für
Psychologie an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München.
Vorkommnisse, die zu bewältigen Betroffene nicht in der Lage sind,
können sich Generationen später in der Familie als Psychosen
zeigen Werden die Zusammenhänge über das Familienstellen offensichtlich,
kann sich das Geheimnis lösen und die Betroffenen finden einen Weg,
sich aus diesen verwirrenden Seelenzuständen zu lösen.
Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd - Philosophische
Grundlagen der Strukturaufstellungs-arbeit - Systemische Strukturaufstellungen
als Wahrnehmungstraining
Von einem ganz anderen Hintergrund kommt Matthias Varga von Kibéd.
Er studierte Philosophie, Logik und Wissenschaftstheorie sowie Mathematik,
promovierte über Universalgrammatik, Strukturtypen der Logik, habilitierte
über die Grundlagen der formalen Wahrheits- und Paradoxientheorie
und wandte sich schließlich den philosophischen Grundfragen der
Psychotherapie und der Wahrnehmungstheorie zu. Und genau in diesem Bereich
fand er einen bisher wenig beachteten Nutzen der Systemischen Strukturaufstellungen,
nämlich die Möglichkeit zum Wahrnehmungstraining.
Das Gefühl für das "Feld" oder für kleine Unterschiede
in Bezug auf die einzelnen Personen und ihre Beziehungen kennen nicht
nur Therapeuten, sondern alle, die schon Zeuge einer Aufstellung werden
durften. In eine "Rolle" gewählt zu werden bietet zum Beispiel
eine vollkommen neue, nicht alltägliche Möglichkeit der Wahrnehmung,
die doch so natürlich zu sein scheint, das (fast) jeder Mensch sie
erleben kann. Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer schufen
mit ihrer Entwicklung von zwischenzeitlich über 60 Strukturaufstellungen
eine gute Verbindung zwischen den verschiedenen systemischen Schulen,
z. B. Steve de Shazer und Bert Hellinger. Das wurde in ihren Vorträgen
und ihren Workshops deutlich.
Dr. Thomas Hölscher - "morphische Felder"
(Sheldrake) und "springende Meme" (Dawkins)
(Fast) jeder, der schon einmal in einer Aufstellung stand, kennt also
das Phänomen der "repräsentierenden Wahrnehmung" -
doch wer kann es erklären? In der Regel werden Begriffe wie "Wissendes
Feld" oder Große Seele" zur Hilfe genommen, wenn begründet
werden soll, warum jemand bei Aufstellungen Dinge weiß, die er eigentlich
oder scheinbar gar nicht wissen kann. Doch es gibt auch Erklärungen
von wissenschaftlicher Seite, wie der Philosoph und Soziologe Thomas Hölscher
in seinem Vortrag darlegte. Indem er Rupert Sheldrake's Hypothese der
"morphischen Felder" mit Richard Dawkins` Theorie der "Meme"
verglich, spürte er dieser repräsentierenden Wahrnehmung nach.
Klaus Grochowiak - Systemdynamische Organisationsberatung
Eine andere Richtung, in die sich Bert Hellingers Arbeit entwickelt hat,
ist das Systemische Organisationsstellen, das sich in einer Reihe von
Punkten wesentlich vom Familienstellen unterscheidet. Klaus Grochowiak,
Unternehmensberater, Kommunikations-, Managements- und Verkaufstrainer,
beschäftige sich in seinem Vortrag mit diesen Unterschiedenen, stellte
eine Verbindung zum Grave`schen Modell der Wertesysteme her und zeigte
den Nutzen, der sich daraus für Profit- und Non-Profit-Organisationen
gewinnen lässt, auf.
Marianne Franke-Gricksch - Unsere Kinder in der Dynamik
Bevor Menschen in die Organisation einer Firma eintreten, durchlaufen
sie eine Reihe anderer Systeme. Neben der Familie und dem Kindergarten
ist dies vor allem die Schule. Schwierigkeiten oder Verstrickungen in
einem Feld wirken sich dabei immer auf alle anderen aus. So kann es geschehen,
dass ein Kind, das im Familiensystem einen schweren Stand hat beziehungsweise
eine große Last trägt, nicht genug Kapazitäten für
das Sammeln von Erfahrungen, das Lernen oder das Zusammensein mit Kameraden
aufbringt.
Oder umgekehrt, dass ein Kind Dinge aus dem System Schule (zu dem ja
nicht nur Lehrer und Schüler mit ihren jeweiligen Schicksalen, sondern
eine ganz eigene Organisation gehören) mit nach Hause nehmen und
dort ausagieren.
Marianne Franke-Gricksch, Lehrerin
und Familientherapeutin zeigte und erläuterte in ihrem Vortrag und
einem Workshop, wie mit Hilfe von Aufstellungen Lösungswege gefunden
werden können.
Willigis Jäger
Der Abendvortrag am ersten Symposiumstag stand nicht nur den Teilnehmern
des Symposiums, sondern allen Interessierten offen. Entsprechend groß
war die Resonanz, und der Saal im Karlsbau füllte sich auch zu späterer
Stunde wieder schnell mit Leuten, die Willigis Jäger, einen Studienkollegen
von Bert Hellinger in Würzburg, hören wollten. An heikle Fragen
aus Theologie, Religion und Philosophie wagte sich der Theologe, Priester,
Benediktiner und Zen-Meister und heizte damit eine Diskussion an, die
an diesem Abend kein Ende nehmen wollte.
Der Pfeil im Ziel!
Doch nicht nur nach diesem Vortrag am Donnerstag Abend, dem Eröffnungstag,
ganz generell zeigten sich Zuhörer und ReferentInnen gleichermaßen
offen und interessiert am Austausch. In einer humorvollen Atmosphäre,
die nicht nur der guten Organisation des Forums für ressourcenorientierte
Lösungen Karlsruhe und perspectiva Basel sowie der ausgezeichneten
Betreuung des Kolping-Teams, sondern jedem einzelnen Vortragenden und
Besucher zu verdanken war, kam es zu vielen fruchtbaren und interessanten
Gesprächen und Diskussionen.
Die "zweite Generation der Aufsteller", so Döring-Meijer,
hat bewiesen, dass es weitergeht, dass die Arbeit auch in der Abwesenheit
von Bert Hellinger Fortbestand hat und dass sie ihr viel Gutes und Neues
hinzufügen kann. Der Pfeil, den Heribert Döring-Meijer zu Beginn
des Symposiums symbolisch abgeschossen hatte, hat sein Ziel erreicht -
wo auch immer dieses Ziel ist. Für viele Teilnehmer war vielleicht
genau das eingetreten, was er in der Eröffnungsrede angedeutet hatte:
Wenn man an einem schönen Tag durch den Karlsruher Schlosspark geht,
an nichts Besonderes denkend, das neue schmiedeeiserne Tor wahrnehmend,
den Vögeln zuhörend, die Enten auf dem See sieht, die von einem
alten Mann gefüttert werden und den Bäumen zuschaut, wie sie
sich im Wind bewegen, und innerlich nicht schon bei seiner nächsten
Steuererklärung ist - dann findet man vielleicht etwas, wonach man
nicht zu suchen gewagt hatte: eine neue "Entdeckte Wirklichkeit".
Mit großem Applaus durch die Teilnehmer wurden die Abschlussreden
und die Würdigung der Veranstaltung von Heribert Döring-Meijer
und Albrecht Mahr begleitet.
Danksagung
Tatkräftig und mit großer Sachkenntnis wurde die Veranstaltung
von den zusätzlichen Workshop-LeiterInnen, ModeratorInnen und sonstigen
UnterstützerInnen getragen:
Achim Kowalczyk Systemische Supervision
- Sabine Mehne / Livia Haupt - Systemische Physiotherapie
- Bernd Mumbach - Systemische Pädagogik
- Klaus von Ploetz - System. Körperarbeit
- Roland Schilling - Systemaufstellungen bei Sucht
-
Dagmar
Ingwersen - Körperorientierte systemische Therapie
-
Victoria
Schnabel - Systemtherapeutin
-
Thomas
Siefer - Organisationsaufstellungen
- FroL-Team Karlsruhe
- Perspectiva-Team Basel
- Kolping-Team Freiburg
- Team vom Steinhardt-Verlag Karlsruhe
- Carl-Auer-Systeme-Verlag Heidelberg
- Junfermann-Verlag Paderborn
- Herder-Verlag Freiburg
Tagungsdokumentation
Von allen Vorträgen und zum Teil auch von den Workshops gibt es
Mitschnitte auf Audio- und Videobänder! Bestellung unter Tel. +49-(0)721-407921
(Steinhardt-Verlag, Karlsruhe).
Ein Kongress-Band von Heribert Döring-Meijer ist für Mai/Juni
2003 geplant.
Vorankündigung:
4.
Internationales Symposium - "Die entdeckte Wirklichkeit" 2004
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