Das Virtuelle InstitutAufstellerMitgliederbereichÖffentliches Forum
 
    Mitglieder | Kongresse und Tagungen | Rückblick | Würzburg 2003
 
Internationale Hellinger Arbeitstagung 2003 4. Internationale Arbeitstagung zu Systemaufstellungen

"Leidenschaft und Verantwortung im Herzen von Konflikten"

30. April - 3. Mai 2003
Congress Centrum Würzburg

Systemaufstellungskongress erfolgreich zum Abschluss gebracht

(Pressemitteilung als Nachbericht, ohne Datum)

2.368 Menschen, darunter 120 Referenten, fanden vom 30. April bis zum 3. Mai 2003 den Weg nach Würzburg, um an dem Kongress unter dem Titel "Leidenschaft und Verantwortung - Im Herzen von Konflikten" teilzunehmen. In den vier Tagen wurden in rund vierzig verschiedenen Räumen quer über die Stadt verteilt Vorträge und Workshops zum Thema Systemaufstellungen veranstaltet. Neben der Familienaufstellung und der Organisationsaufstellungen stand vor allem die politische Aufstellungsarbeit im Mittelpunkt der Tagung. Hochkarätige Referenten wie der Friedensforscher und Träger des Alternativen Friedensnobelpreises Prof. Johan Galtung, Prof. Sami Adwan aus Palästina und Prof. Dan Bar-On aus Israel, oder auch Elias Jabbour erzählten von ihrer Friedensarbeit und diskutierten neue Wege der interreligiösen, ethnischen und politischen Konfliktlösung.

"Wir freuen uns, dass bei diesem gigantischen Event alles so reibungslos verlief. Während der gesamten Tagung gab es keinerlei Unfälle oder sonstige negativen Vorkommnisse", so Stefan Fischer, stellvertretender Geschäftsführer der Congress- und Tourismuszentrale in Würzburg. Im Focus des Kongresses standen der Austausch und die Diskussion über die Möglichkeiten der politischen Konfliktlösung.

Zu diesem Thema luden die Organisatoren den international bekannten norwegischen Friedens- und Konfliktforscher Prof. Johann Galtung ein. Prof. Galtung berichtete von seiner Transcendend-Methode (aus dem Lateinischen für Konflikt überschreiten) in einer außerordentlich kreativen Weise. Mit schauspielerischem Talent fesselte er seine Zuhörer und übermittelte ihnen seine zentrale Botschaft: "Transformiere den Konflikt, gehe weiter als die Konfliktparteien selbst". Nach Galtung geht es bei der Konfliktbewältigung vor allem darum, Widersprüche durch Kreativität aufzuheben.

Ein weiteres wichtiges Thema der Tagung bot der Israel-Palästina-Konflikt. Hierzu präsentierten der Palästinenser Prof. Sami Adwan, Professor für Pädagogik an der Universität Betlehem, und der Israeli Prof. Dan Bar-On, Professor für Psychologie an der Ben Gurion Universität, ihr Kooperationsprojekt PRIME (Peace Research Institute in the Middle East). In ihren Vorträgen und Workshops berichteten die beiden Referenten von ihrer gemeinsamen Friedensarbeit und Freundschaft in einem Umfeld von Hass und Gewalt, die ihren beiden Völkern ein Beispiel dafür ist, dass Frieden möglich ist.

Mit der Gründung des House of Hope, dem ersten arabischen Friedenszentrum, leistet auch Elias Jabbour einen aktiven Beitrag zur Versöhnung der befeindeten Völker. Der aus Shefar´Am in Israel angereiste christliche Palästinenser ist einer der wenigen anerkannten Autoritäten der "Shula", eines traditionellen palästinensischen Konflikts- und Schlichtungsverfahrens bei schweren Verbrechen bis hin zu Mord in Volksgemeinschaften. In seinen Vorträgen beleuchtete er die "Shula" als eine tiefgreifende, universelle Praxis zur Konfliktlösung, deren Bedeutung über das in der Region jahrhunderte lang bewährte Potenzial weit hinausreicht.

Ein echtes Highlight des Kongresses war das Gespräch mit Sylvia Grohs-Martin unter dem Titel "Eine Leidenschaft für das Leben". Mit ihrer unbeschreiblichen Ausstrahlung und Lebendigkeit eroberte die jüdische Schauspielerin österreichischer Herkunft die Herzen und die Bewunderung der Zuschauer im Sturm. Sie erzählte von ihren Erfahrungen in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück, die sie in dem Buch "Ich sah die Toten groß und klein" dokumentierte.

Seinen fulminanten Abschluss fand der Kongress am Samstag mit einer Open-Space-Veranstaltung, wie es sie in dieser Größe noch nie gegeben hat. Unter der einführenden Leitung von Harrison Owen konnten rund 1.900 Teilnehmer ihre persönlichen Anliegen vorbringen und zur Diskussion stellen.

So fanden sich 238 Gesprächsthemen, die in kleinen Einzel-Gruppen besprochen wurden. Die Themen reichten von "Ethik in Unternehmen" über "moderne Philosophie - Aufstellungsarbeit und Schamanismus", bis hin zu provokanten Titeln wie "Keine Ahnung". Jede Gruppe schrieb im Anschluss an die Diskussionsrunde kleine Reporte, die im Internet unter www.Internationale-Tagung-Systemaufstellungen.de nachzulesen sind. Außerdem erhielten alle Beteiligten eine Teilnehmer-Liste, um im Nachfeld in Kontakt bleiben zu können und die Erfahrungen und Anregungen nachzubearbeiten.


Weitere Informationen zur Arbeitstagung


 
© 2003 Das Virtuelle Bert Hellinger Institut Impressum | Sitemap | Kontakt