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Reaktionen auf einen Spiegelartikel über Bert Hellinger

Zum Artikel "Danke lieber Papi" in "Der Spiegel", Nr. 7 / 2002 vom 9.2.02 (Seite 200 ff.). Die folgenden Leserbriefe wurden in "Der Spiegel" nicht oder nur teilweise veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung Bert Hellingers oder des Virtuellen Bert Hellinger Instituts wieder, sondern stehen für sich selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren, in widerwärtiger Manier wird von ihrer Artikelschreiberin "Information" und Meinung vermengt und dabei Wesentliches verschwiegen, z.B. dass bei den großen Lehrveranstaltungen Bert Hellingers grundsätzlich die ständigen Therapeuten der Patienten mitarbeiten und in kritischen Phasen der systemischen Aufstellung einbezogen werden, genauso wie ständig anwesende erfahrene Psychiater und Mediziner, mit anderen Worten: dass Teamarbeit stattfindet.

Gerade das unterscheidet die Arbeit von Bert Hellinger wohlwollend vom Allmachtsgehabe vieler Psychotherapeuten, denen die positive Resonanz auf Hellingers Arbeit natürlich ein Dorn im Auge ist und zu deren Sprachrohr Sie sich mit Ihren unseriösen Attacken machen. Bleibt nur zu hoffen, das angesichts der polarisierenden Wirkung der Arbeit Bert Hellingers (immerhin zitieren Sie die positive Darstellung der Süddeutschen) möglichst viele Leser in direktem kritischem Kontakt mit der Arbeit des Therapeuten sich ihre eigene Meinung bilden.

Ich kann von mir sagen, dass in den 27 Jahren meines Kontaktes zur Arbeit von Bert Hellinger meine Arbeit als Architekt entscheidend geprägt wurde und zwar im Gegensatz zu fragwürdigen autoritären Ordnungsgedanken in der Architektur im Sinne einer Stützung der Ordnung menschlicher Beziehungen. Hellinger nennt es "Ordnung in der Liebe".

Peter Busmann, Architekt

Eine derartig heftig entwertende Berichterstattung führt in aller Regel zu gesteigertem Interesse an demjenigen, der bloßgestellt und verurteilt werden soll. Dieses Interesse wird auch bei einem Minimum von intellektueller und fachlicher Redlichkeit zur Kenntnis nehmen, dass Bert Hellingers Arbeit die Psychotherapie ganz entscheidend bereichert hat. Ich kann von mir behaupten, dass ich die wesentlichen gegenwärtigen Psychotherapieverfahren aus gründlicher Beschäftigung und Eigenerfahrung gut kenne und über Wert und Reichweite einzelner Methoden fundiert urteilen kann.

Familienaufstellungen konnten das Verständnis für die Dynamik zahlreicher therapeutisch sonst schwer zugänglicher seelischer Leidenszustände und damit die Heilungsmöglichkeiten beträchtlich erweitern. Vor allem aber - und mir ist völlig unverständlich, wie Frau Lakotta's jounalistische Berufsehre es erlaubt, das unter den Tisch fallen zu lassen - ist es die psychotherapeutische Bewältigung der Folgen der Nazi-Zeit und ähnlicher traumatischer Erfahrungen bei den Nachfahren von Opfern und Tätern, die durch Aufstellungen in vielen Fällen überhaupt erst möglich wird und versöhnliche Lösungen für schweres Leiden eröffnet.

Vor allem die Tatsache dieser Unterlassung unterstreicht den Eindruck, wie erstaunlich uninformiert, halsbrecherisch selektiv und fachlich weit im Abseits Frau Lakotta sich bewegt. Bert Hellinger exponiert sich mit seiner Arbeit wie kein anderer Therapeut und er erwartet nicht, dass er von Kritik ausgenommen bleibt. Wie es in jeder anderen Fachdisziplin selbstverständlich ist, herrscht gottlob auch unter Aufsteller-KollegInnen keineswegs immer Einigkeit über Bert Hellinger's Vorgehensweisen, ein Umstand, dem wichtige neue Einsichten und Fortschritte der Aufstellungsarbeit zu verdanken sind.

Und selbstverständlich sind wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit von Aufstellungen bereits abgeschlossen oder auf dem Weg, ganz dem noch jungen Stand des Fachgebietes entsprechend. Frau Lakotta und den Zuständigen im SPIEGEL ist zu wünschen, dass sie wieder auf ihren professionellen Teppich kommen und angesichts einer so wichtigen und wertvollen Neuentwicklung nicht geistig auf der Strecke bleiben.

Dr.med. Albrecht Mahr, Würzburg
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker, Systemtherapeut - Vorsitzender der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger"

Seit 25 Jahren arbeite ich als Nervenarzt in München, seit 7 Jahren mache ich mit meinen Patienten Familienaufstellungen. Es ist unglaublich, welche Dynamiken durch dieses Setting bei unterschiedlichen Krankheitsbildern ans Licht kommen und wie die Lösungsrituale die Klienten entlasten und in vielen Fällen einen Heilungsprozess in Gang setzen.

Die Arbeit in Gruppen von 15-30 Teilnehmern ist sehr intim und sehr intensiv, ganz anders als bei den Großveranstaltungen Bert Hellingers, die dem Ziel dienen, die Methode bekannt zu machen. Da fast alle Patienten nach einem Aufstellungsseminar tief berührt, erleichtert und zufrieden waren und ich selbst mich durch die Aufstellungsarbeit wie beschenkt fühlte, habe ich meine Arbeit ganz auf das Aufstellen verlegt. Vor dieser Entscheidung wollte ich wissen, ob die Aufstellungsarbeit auch eine anhaltende Wirkung hat. Ich habe ca. 100 Klienten ca. ½ Jahr nach der Aufstellung befragt, ca. 60 % antworteten, von denen berichteten 80 % von einer deutlichen Besserung, manche berichteten von spektakulären Veränderungen, nicht nur bei sich, sondern auch bei Angehörigen.

Wir stehen noch am Anfang, aber ich bin sicher, dass das Familienstellen für das Verständnis und für die Therapie von seelischen und körperlichen Erkrankungen und von Beziehungsstörungen eine ganz entscheidende Rolle spielt, die kaum überschätzt werden kann.

Bert Hellinger verletzt gleich mehrere Tabus:

  1. Er bezieht die Verstorbenen aus drei Generationen mit ein.
  2. Die verbreitete Verachtung der Eltern wird als Ursache der heute häufigen Selbstwertproblematik aufgezeigt.
  3. Er kann mit kurzen Interventionen große Wirkungen auslösen.

Kein Wunder dass er so heftig angegriffen wird. Wie soll sich da eine Journalistin noch auskennen. "Die Hunde kläffen und die Karawane zieht ihren Weg".

Dr. med. Ernst Robert Langlotz, Nervenarzt, München

Erstaunlich wie der sonst so klare "SPIEGEL" ein so groteskes Zerrbild von der zur Zeit wirksamsten Therapie-Methode liefern kann

Dr. Henning von der Osten

Als psychotherapeutisch tätiger Facharzt für Psychotherapeutische Medizin , ausgebildet in verschiedenen therapeutischen Fachrichtungen kann ich nicht verstehen, wie eine sonst so anerkannte Redaktion, wie die Ihre, so einen undifferenzierten, schlampig recherchierten (s.u.) Artikel, mit Bild-Zeitungs-Verreiss-Stil abdrucken lassen kann!!! Die Autorin hat nur reisserisch gut wirksame Sätze von einzelnen, und nur für diese Aufstellungen geltenden Sätze herausgelöst und der Verallgemeinerung anheim gestellt.

Sie hat der Effekte willen darauf verzichtet, die eigentlichen, zentralen und wesentlichen Aspekte und theoretische Grundlagen dieser (inzwischen von sehr anerkannten und hochqualifizierten Therapeuten und Therapeuten-Ausbildern benutzte) Therapieform zu erwähnen; sie hat mit Sicherheit keines der Bücher von und mit Bert Hellinger gelesen, sonst könnte sie nicht so undifferenziert und unqualifiziert urteilen - und ohne Ahnung zu haben oder sich wenigstens qualifizierte Fachleute heranzuziehen so dümmlich zu urteilen - da ging es ihr wohl doch nur um einen medienwirksamen Verriss - wenigstens einen mit guter Qualität würd ich mir aber als Leser wünschen - ich bestehe sogar darauf, für mein Geld Qualität zu bekommen!

Es gibt nämlich durchaus eine sehr fruchtbare und sehr kritische, der Verbesserung dienende Diskussion um diese Therapieform: Sie haben dazu null beigetragen, sie haben diese Chance gründlich vertan! Jeder Leser, der ein Buch über diese Arbeit gelesen, oder die Arbeit aus eigener Erfahrung (von guten Therapeuten) kennt - und dies sind Gott-sei-Dank schon Millionen (egal wie man dann zu den Aufstellungen steht)!- wird diesen Artikel als äusserst schlechte Arbeit (Bild-Zeitung-Stil eben) durchschauen und hoffentlich darauf bestehen, in Ihrer oder dann eben in besseren Zeitschriften gute Journalisten-Arbeit geliefert zu bekommen! "Nein Danke, liebe Beate Lakotta" Sorgen Sie dafür!

Dr. med. Josef Rabenbauer, Freiburg

Lieber Spiegel, glaubt Beate Lakotta etwa mit ihrem tristen Stück, etwas zu bewirken? Wenn ja, glaubt sie an den Osterhasen. Sie klaubt sich ein paar Bittermandeln (und in der Eile gleich auch noch einige Süßmandeln) aus dem Kuchen, taucht diese in das Arsen ihrer eigenen Giftigkeit und verkündet, der ganze Kuchen sei bitter und giftig! Wo bleiben all die anderen unzähligen Zutaten - Nüsse, Rosinen, kandierte Früchte, Anis, Zimt, ein Tropfen Rum, die Qualität des Teigs, der Duft der Speise? Mehr noch! Kein Wort über das Menue!

Denn bei Bert Hellinger geht es um ein ganzes Menue, nicht nur um eine Scheibe Teekuchen für Dilettanten! Da muss man schon alles bestellen, alles gesehen, alles gekostet - und vor allem, alles verstanden haben. Offensichtlich nicht Beatchens Sache, das Verstehen. Für sie sind ja auch Freud und Jung mal eben nur "Säulenheilige". Auf solche erleuchtenden Hinweise hat die Welt gewartet! Endlich wissen wir's! Schwer verständlich, dass so ein Artikel überhaupt irgendwo gedruckt wird, dass sich aber der SPIEGEL auf dieses Niveau herablässt, ist genau so erstaunlich wie Miss Lakottas Horizont!

Ingrid I. Racz, Berlin

Die Entdeckungen von Bert Hellinger ermöglichen eine radikale Veränderung und eine schichtenübergreifende Verbreiterung therapeutischer Arbeit. Jeder teilnehmende Mensch kann bei profunder Anwendung Hellinger'scher Erkenntnisse die oft generationenübergreifenden Zusammenhänge bei Krankheit, Scheitern, Beziehungsschwierigkeiten und unerfülltem Leben an sich selbst und an den anderen Menschen erkennen.

Und mit offenen Augen kann jeder die zahlreichen positiven Veränderungen nach Aufstellungsseminaren beobachten. Längst sind diese auch in einer Doktorarbeit bei Professor Dr. Butollo an der Ludwig-Maximilian-Universität München und in zahlreichen anderen wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen. Wer Hellingers Einsichten nachvollzieht, erlebt manchmal am eigenen Leib menschliche Grundgefühle wie Demut oder Ehrfurcht sowie deren heilende Wirkung. Die Versöhnungsarbeit von Bert Hellinger mit seinen Kursen in Nord- und Südamerika, Russland, China, Taiwan und Israel verdient den Friedensnobelpreis.

Günter Schricker, Erding (Bayern)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Lakotta, zu Ihrem vorbezeichneten Artikel nehme ich Stellung und wünsche die Veröffentlichung eines Leserbriefes wie folgt:

Der Artikel ist ungerecht. Er würdigt den Therapeuten Hellinger herab, er verkennt seine Leistungen. Hellinger wird so in die Nähe eines Sektengurus mit kriminellen Handlungsformen gerückt. Völlig verkannt wird die nach eigener Erfahrung gegebene Befähigung, die sich nun im "Herbst seines Lebens", der Mann ist schließlich 76 Jahre alt, einem breiten Publikum erschlossen hat: Hellinger verfügt über eine extreme Sensibilität für die Innerlichkeit seiner therapeutischen "Gegenüber".

Wie kein anderer spürt er, was im Gegenüber nicht nur aktuell vorgeht, vielmehr benennt und erkennt er die Hintergründe und Vorgeschichten innerer Vorgänge. Er beschreibt diese auch, soweit diese in die Herkunftsgeschichte des Individuums zurückreichen. Er beschreibt die Verwicklung des individuellen Schicksals mit dem seiner Vorfahren, wirkend über kommunikative Verbindungen, die wirksam sind, aber einer exakten, naturwissenschaftlichen, näherhin neuro-psychologischen Erforschung noch harren. Erste Erkenntnisse neuester Forschungen über die Lernfähigkeit des menschlichen Genoms lassen sich jedenfalls gut mit der Methode Hellingers vereinbaren. Das allerdings können die Kritiker Hellingers genausowenig für ihre Methoden beanspruchen, wie etwa eine höhere Effizienz ihrer Therapien.

Maximilian Schmitz, Rechtsanwalt

Guten Tag Frau Beate Lakotta, der von Ihnen recherchierte Bericht über die Hellinger-Arbeit wird eher förderliche, als warnende Wirkung haben. Da Sie als Redakteurin in der Abteilung "Wissenschaft und Technik""im Impressum stehen, unterstelle ich Ihnen eine fundierte Ausbildung und Wertschätzung im Hause SPIEGEL. Es könnte also durchaus von Ihnen gewollt sein, einen Effekt auszulösen durch einseitige kritische Berichterstattung, der zur Eigenüberprüfung durch den Leser aufruft.

Die Zielgruppe, die Sie nennen (Heilpraktiker, Therapeuten, Hausfrauen, Ärzte, Sozialpädagogen, Unternehmensberaterinnen) sind ja keine dummen Menschen, also muß wohl die Wirkung überzeugen. Das einzige Problem ist wohl, daß der wirksame Effekt sich nicht wissenschaftlich erklären läßt, aber das wurde ja auch noch nie behauptet. Ich mache Ihnen ein freundlich gemeintes Angebot: Wenn Sie wollen, gebe ich Ihnen meine Erklärungen zu den etwas schwer verständlichen Wirk-Mechanismen zu solchen wichtigen Themen wie:

Warum ein Therapeut keine Verantwortung für seine Klienten hat. - Warum intelligente Leute über den Tellerrand der Wissenschaft hinausgehen. - Wie man das "Wissende Feld" definieren kann. - Warum die Wirkung wichtiger ist, als anerkannte Ausbildungsscheine.

Dies tue ich auf Wunsch gerne, denn ich arbeite selbst als Lehrcoach in der ECA (European Coaching Association e.V.), dort bilden wir aus, um dem Coaching-Wildwuchs durch Qualifizierung zu begegnen. Ich war bis vor kurzem 4 Jahre im Vorstand der DRG (Deutsche Radionische Gesellschaft e.V.), dort fördern wir eine einwandfreie Ethik zum Besten des Ganzen Geschehens auf dem Markt. Ich bin seit 20 Jahren in der Personal-Entwicklung und habe viele Bücher darüber veröffentlicht. Nun bin ich mal gespannt, wie Sie mit den Geistern umgehen, die Sie riefen.

Korai Peter Stemmann

Nachdem man die eindrucksvolle Reportage gelesen hat, bleibt die Frage: Wieso sind so viele - inzwischen in aller Welt -, von Hellingers Ansatz und seiner Person positiv beeindruckt? Wieso drucken renommierte Verlage (Carl-Auer, Herder, Goldmann, Knaur, Kösel) Hellingers Bücher und Bücher über seine Methode? Wieso findet sich inzwischen sein therapeutischer Ansatz in anerkannten Fachbüchern? Sind all diese und die vielen Teilnehmer seiner Seminare und der Seminare derjenigen, die von ihm gelernt haben, Verirrte und Verwirrte? Reaktionär im Tiefsten ihres Herzen? Es sind die Familienaufstellungen, die Methode und die Inhalte, die Bert Hellinger als erster formuliert hat, die diese starke Wirkung und Anziehung haben.

Immer mehr Menschen setzen sich auf diese Weise mit ihrer Familie auseinander und stellen fest, wie sehr sie mit ihr verbunden sind - im Guten und Schlimmen. Deswegen zeigt der Artikel nur einen Teil einer leicht missverständlichen Oberfläche. Liebe Autorin der Reportage, Frau Lakotta, damit Sie die Arbeit von innen besser verstehen, lade ich Sie zu einer persönlicheren Erfahrung mit der Methode in einer kleinen Gruppe ein, indem Sie zu einem Seminar von mir oder meiner Frau kommen.

Ich verspreche Ihnen: Sie werden nicht abhängig gemacht oder "umgedreht". Zur Sicherheit können Sie noch einen Kollegen mitbringen. Ich bin gern bereit, Ihre Erfahrungen auf der Homepage unseres Institutes zu veröffentlichen.

Dr. Bertold Ulsamer, Bert Hellinger Institut Freiburg


 
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