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Das
Familienstellen als angewandte Philosophie - Bert Hellinger spricht
über Anfänge und Weiterentwicklung.
Mit dem Zulassen eigenständiger Bewegungen der Stellvertreter
wächst das Familienstellen zunächst über seine klassische
Phase hinaus. Der Blick auf die Bewegungen der Seele macht
Kräfte erkennbar, die über das aufgestellte System hinaus
wirken und sich der unmittelbaren Einflussnahme entziehen. In dieser
systemischen Sicht zeigen sich Grenzen, die - für manchen
"Helfer" mehr als unerwartet - zu einer Haltung der Demut
auffordern. Diese ist frei ist von Unterwerfung, macht frei zum
Schauen auf eine wirkende Seele, die größer ist, als
wir selbst. Damit wird Helfen nicht unmöglich, vielmehr scheint
eine anderes Art des Helfens auf. Es führt vom intentionalen
Handeln zum "Geschehen lassen" - ohne sich Verstrickungen
und deren Ursachen ohnmächtig auszuliefern - und ohne den Blick
auf das Ganze zu verlieren.
In dieser Zurücknahme gelangt Hellinger heute zur Bewegung
des Geistes. Der volle Blick auf das Leben, den er verlangt,
erträgt auch den Konflikt, ja stimmt ihm als Urkraft der Entwicklung
zu, löst die Unterscheidung zwischen Gut und Böse auf.
Helfer, die die Konsequenzen dieser Haltung ernstnehmen, werden
sofort entlastet. Sie urteilen nicht mehr, sie begleiten den Klienten
nunmehr, anstatt ihn zu therapieren. Die Zustimmung zu dem, "was
ist", löst den Widersstreit von Selbstüberschätzung
und Ohnmacht auf, den jeder Helfer kennt. Das moralische Urteil
des Therapeuten als Ausgangspunkt aller Irrtümer vergeht. Mit
dem Blick auf das Große Ganze, wird Familienstellen
endlich zur angewandten Philosophie. Zu einer Philosophie,
die allerdings auf ein anderes Handeln abzielt, bei dem sich Helfer
auf eine neue Weise fragen: "Was müssen wir lassen, wenn
wir helfen?
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