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"Systemische Lösungen“ im Spektrum der Kurztherapien

Mit der Bezeichnung „systemische Kurztherapien“ faßt man einige Methoden der modernen Psychotherapie zusammen, die auf Milton H. Erickson und das Team um Gregory Bateson am Mental Research Institute von Palo Alto (USA) zurückgehen. In Deutschland sind es die Ericksonsche Hypnotherapie, das Neurolinguistische Programmieren (NLP), die Familientherapie nach Virginia Satir, die Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer, die Familientherapie der Heidelberger Schule und das Familien-Stellen nach Bert Hellinger.

Die gemeinsamen Elemente dieser Methoden sind die Lösungs- und die Kontextorientierung:

  • Lösungsorientierung bedeutet, daß die Suche nach den Kraftquellen (Ressourcen) eines Menschen und nach ihm gemäßen Ziele im Vordergrund des therapeutischen Prozesses steht, und nicht die Suche nach der Ursache einen psychischen Problems, wie das bei den psychoanalytischen Schulen der Fall ist.
  • Kontexorientierung bedeutet, daß man Menschen immer als Teil eines größeren Beziehungszusammenhangs begreift. Deshalb arbeitet man auf der Kommunikations- ebene, indem man die Familienmitglieder auf verschiedene Art und Weise in den therapeutischen Prozeß einbezieht.

Alle diese therapeutischen Schulen – außer den „systemischen Lösungen“ – sind darüber hinaus durch den Konstruktivismus wissenschaftstheoretisch fundiert. Der Konstruktivismus geht davon aus, daß die Wirklichkeit, in der wir leben, „erfunden“ und nicht „gefunden“ wird. Damit macht er Ernst mit den von der Physik und den Kognitionswissenschaften gewonnenen Erkenntnissen, daß Beobachter und Beobachtetes, Organismus und Umwelt wechselwirkend untrennbar miteinander verbunden sind, und daß es aus diesem Grund keine „objektive Wahrheit“ geben kann. Wie wir die Welt erleben, hängt also weitgehend von dem Blickwinkel ab, aus der wir sie betrachten. Daher ist die „Änderung der Sicht“ eines der wichtigsten therapeutischen Elemente der systemischen Schulen.

Bert Hellinger dagegen arbeitet mit seiner von ihm als „phänomenologisch“ bezeichneten Methode auf einer unter der Kommunikationsebene liegenden archaischen Beziehungsebene. Hier gibt es eine im Unbewußten verankerte familiäre Grundordnung, die nicht je nach verändertem Kontext neu erfunden, sondern nur „gefunden“ werden kann. Sie wirkt also unabhängig davon, ob sie gekannt und anerkannt wird oder nicht. Eine „systemische Lösung“ hat immer mit Einsicht und Anerkennung der in einer Aufstellung gefundenen „Ordnung der Liebe“ zu tun.

Die „systemischen Lösungen“ sind eine entscheidend wichtige Ergänzung der konstruktivistisch-systemischen Therapien. Den sie bringen in den Blick, daß es eine Ebene menschlicher Beziehungen und Lebenstatsachen gibt, auf der es nicht darum geht, Wirklichkeit neu zu gestalten, sondern auf der es gilt, „anzuerkennen was ist.“


 
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