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Grundlagen für die Arbeit mit Aufstellungen

Aufstellungen sind ein im Wortsinn transpersonales Verfahren, bisher unzugängliche Einsichten und Lösungen zu gewinnen. Es schließt den uns vertrauten personalen Bereich ein, also innerseelisches Erleben, familiäre und soziale Beziehungen. Das Verfahren geht zugleich weit über das Personale hinaus. In Aufstellungen werden Zusammenhänge und deren Wirkungen abgebildet, die oft Generationen zurückliegen, die mit dem Schicksal einer Volksgruppe oder Nation verbunden sind und mit einem kollektiven Gedächtnis, das uns mit transpersonalen Sinnzusammenhängen verbindet. Die Wahrnehmung solcher Zusammenhänge ermöglicht erstaunliche Lösungsschritte.

Zentrales Arbeitsmittel in Aufstellungen ist die repräsentierende Wahrnehmung. Damit bezeichne ich die grundlegende menschliche Fähigkeit, die Erfahrungen anderer Menschen innerlich nachzuvollziehen und körperlich wie gefühlshaft zu „wissen“, ohne zuvor darüber informiert zu sein. Die Fähigkeit, Medium für die Erfahrung anderer zu sein, ist altes Menschenwissen. Sie wurde etwa in der Psychoanalyse in den Konzepten der Gegenübertragung formuliert und hat bei Aufstellungen eine differenzierte Ausarbeitung erfahren. So erweisen sich Aufstellungen als „wissende Felder“. Sie bestätigen und ergänzen naturwissenschaftliche Feldbegriffe wie die morphogenetischen Felder, durch die Erfahrungen eines geistigen Informationsfeldes mit hochwirksamen Heilungspotenzen.

Die Orientierung bei der Lösungssuche im Feld einer Aufstellung folgt Gesetzlichkeiten oder Ordnungen, die in Familien und anderen Systemen wirksam sind und die, wie Naturgesetze, keine moralischen, sondern Kategorien des Faktischen sind. Deren Verletzung bewirkt unter Umständen schweres Leiden, deren Beachtung weitreichende Heilung. Zu diesen Ordnungen gehören beispielsweise das Recht aller Mitglieder einer Familie (eines Systems) auf Zugehörigkeit, unabhängig von moralischen Leistungen. Es gehört auch dazu die Unveräußerlichkeit des eigenen Schicksals, der eigenen Leiden und der eigenen Schuld. So können etwa Kinder nicht die Lasten ihrer Eltern tragen, sondern sie dürfen und müssen ihren Eltern die Würde ihrer Bürde lassen und ihr eigenes Leben aufblühen lassen. Die Einbeziehung der Ahnen, der toten Angehörigen und der zum Beispiel durch Kriegsschicksal mit der Familie Verbundenen führt zu einer tiefen Beruhigung und Kräftigung der Lebenden. Sobald diesen Systemgesetzen zugestimmt wird und ihnen ein guter, lebensdienlicher Ausdruck erlaubt wird, wird die Liebe in einer Familie zur bestimmenden und tragenden Kraft.

Das Durchführen von Aufstellungen setzt eine hohe therapeutische Qualifikation voraus und in der Regel eine gute Kenntnis bewährter psychotherapeutischer Verfahren. Diese Verfahren sind ja nichts anderes als die Ahnen und Geschwister der Aufstellungsarbeit. Zur Qualifikation der Aufstellungs-Therapeuten gehört auch die Fähigkeit, auf Eigenmächtigkeit und Kontrolle über das Geschehen zu verzichten und, wie Bert Hellinger sagt, „ohne Absicht und ohne Furcht“ zu arbeiten.


 
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