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Trauer
und Versöhnung, Opfer und Täter Über Bert Hellingers Dienst an der Versöhnung Frieden, was heißt das? Gabriele Heise im Gespräch mit Bert Hellinger Zu den Anschlägen vom 11. September 2001 Warum ich? Zum Seilbahnunglück von Kaprun |
Warum sollte man sich von neuen Wegen zu gelingender Versöhnung
distanzieren? - Von Berlin, 19. Mai 2004. Anstelle eines Leserbriefs zu einer Sendung von Report München. Die wichtigsten angesprochenen Themen
Bezug nehmend auf einen offen diffamierenden Fernsehbeitrag aus jüngster Zeit über Bert Hellinger und die Arbeit mit Familienaufstellungen möchte ich einige Dinge klarstellen: Ich bin approbierte Psychologin und ausgebildete Familientherapeutin. Bert Hellinger und seine Arbeit lernte ich 1994 in einem Seminar kennen. Seitdem wende ich das Familienstellen erfolgreich in der Gruppen- und Einzelpraxis an und bilde seit 1998 andere Therapeuten in dieser systemischen Herangehensweise sowohl in Deutschland als auch international aus. Auf diesem Weg erweiterte sich ganz besonders meine Sicht auf Geschehnisse in Familien. Ich lernte, diese in Verbindung mit den geschichtlichen Dimensionen unserer Gesellschaft zu bringen, deren Einfluss auf die Wahrung persönlicher Authentizität zu verstehen und diese Zusammenhänge therapeutisch zum Nutzen meiner Patienen anzuwenden. Große Anteile dieser Entwicklung verdanken sich der inneren Auseinandersetzung mit dem Familienstellen in all seinen verschiedenen Facetten und Dimensionen und dem immer wieder neuen Prüfen und Durchdenken der philosophischen Einsichten Bert Hellingers. Wesentlich waren und sind für mich hier vor allem seine theoretischen wie praktischen Einsichten zu den Wirkungsweisen des Gewissens. Hellinger schaut genau auf die persönlichen und kollektiven Dimensionen
des Wie die Macher sich als kritisch verstehender Magazinsendungen wünsche ich mir ebenfalls aufgeklärte, selbstständige und reife Mitmenschen. Die Berichterstattung von Fernseh-Reports sollte dem dienen. Seltsamerweise argumentiert man jedoch gerade in letzter Zeit einseitig und auf eine Weise, die Zuschauer geradezu dazu aufruft, sich von der Arbeit mit Familienaufstellungen im allgemeinen und von der Person Bert Hellingers im besonderen zu distanzieren. Das ist eine normale persönliche und gesellschaftliche Reaktion auf konfrontierende Ereignisse und Sichtweisen, die den bisherigen Konsens infrage stellen. Auch wenn derzeit ein gesellschaftlicher Druck in dieser Richtung bestehen sollte und redaktionelle Vorgaben die Konsequenz sind:
Abwertung und Verurteilung ist der Weg, den Menschen wählen, um sich selbst gegenüber anderen besser oder richtiger zu fühlen. Jeder kennt das aus der Geschichte, insbesondere in Deutschland. In den Jahren 2001 bis 2003 habe ich an Wie sollte ich mich von einer Person und einer Methode distanzieren,
die mir die Fähigkeiten und die Kraft gegeben haben, als Deutsche
mit jüdischen Opfern in Israel zu arbeiten? Hier hilft nicht die
Absicht allein, "gut" (oder "besser"?) zu sein. Bei
der Bewältigung von Konflikten ist moralische Die konkrete Versöhnungarbeit Bert Hellingers zeigt:
Diese Herausforderung an meine Offenheit und der tiefe Respekt für alle Kollegen und Teilnehmer, mit denen ich arbeiten durfte, sind mir eine kostbare Erfahrung und so ist auch diese Frage mehr als legitim:
Gilt es gegenwärtig in Deutschland gegenwärtig nicht als politisch korrekt, in Konflikten Täter und Opfer in den gemeinsamen Blick zu nehmen? Nicht wenigen scheinen zur Zeit Hellingers Gedanken zu kühn und zu provokativ; manchem fällt es sichtbar schwer, ihnen in unserem gegenwärtigen Bewusstsein Raum zuzugestehen. Vielleicht sind sie jedoch eine dringend notwendige Anregung zum Lernen, wie wir integrieren, statt auszuschließen - persönlich, in unseren Familien und in unserer Geschichte als Deutsche - mit dem Blick auf die, die nach uns kommen. Literaturhinweise |
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